Strom und Wärme aus Eigenproduktion im Hotel König auf Norderney

Gerade bei energieintensiven Immobilien wie Hotelbauten bietet sich der Einsatz hoch effizienter BHKW-Technik an, denn durch die Eigenproduktion von Strom und Wärme wird in der Gesamtbilanz rund ein Drittel Primärenergie eingespart.

 Seit 1868 ist das historische 4-Sterne-Inselhotel König auf Norderney das, was man gemeinhin als „bestes Haus am Platz“ bezeichnet. Mehrfach wurde es umgebaut, nach einem Brand 1989 sogar vollständig neu errichtet. 2008 gab es den letzten Eigentümerwechsel an den langjährigen Pächter Sascha Nüchter, und der brachte das Hotel im Zuge einer Sanierung etappenweise technisch wieder auf neuesten Stand. Erst kürzlich war die Wärmeversorgung an der Reihe, und da ging man mit bivalenter Wärmeerzeugung durch Gas-Brennwerttechnik und ein BHKW einen spannenden Weg.

Der mehrstöckige Gebäudekomplex des Inselhotels König liegt in unmittelbarer Nähe des Nordseestrands von Norderney, maritimes Flair inklusive. Das Hotel hat 51 Zimmer, außerdem sind das Restaurant „Leib & Seele“, die „Bülow Bar“ und die gemütliche Lounge-Bar-Kneipe „Fischerkate“ in dem Ensemble untergebracht. Hotels wie dieses, insbesondere solche gehobenen Standards, sind energieintensive Gewerbebetriebe. Von der Küche über die Bäder in den Zimmern bis hin zur Wellnessoase – an allen Ecken und Enden werden hier Wärme und Strom gebraucht, und die verlangen einen hohen Energieeinsatz. Erschwerend für die Heizungstechnik kommt der über den Tag stark schwankende Wärmebedarf mit deutlichen Spitzen am Morgen und Abend hinzu. Hier darf die Wärmeversorgung zu keinem Zeitpunkt Schwächen zeigen, denn das führt sofort zu negativen Kritiken seitens der Gäste. In Zeiten von Buchungs- und Bewertungsportalen im Internet sind alle Kommentare unterhalb der Spitzenbewertung eine Katastrophe. Rundum zufriedene Gäste sind daher die härteste Währung und zugleich der Schlüssel zum Erfolg in dieser Branche.

Das war auch Sascha Nüchter als Inhaber des Inselhotels König und Direktor Ricardo Marzahl klar. Insofern lag ein wesentliches Augenmerk bei der Erneuerung der Heizungsanlage neben der Effizienzsteigerung auf unbedingter Versorgungs- und Ausfallsicherheit. Die war allein schon durch das Alter der zwei bisher installierten atmosphärischen Gasheizkessel (beide Bj. 1990) nicht mehr sicher gegeben. Auch die übliche Überdimensionierung der Altanlage (die installierten Kessel leisteten 350 beziehungsweise 280 kW!) sowie die generell veraltete atmosphärische Verbrennungstechnik legten einen baldigen Austausch nahe.

Das neue Heizkonzept sollte durch bivalente Wärmeerzeugung mit einem kleinen Blockheizkraftwerk für die Grundlast und Gas-Brennwerttechnik für Spitzenanforderungen erhebliche Einspareffekte ergeben. Eine belastbare Wirtschaftlichkeitsberechnung durch den G.U.T.-Fachhandel zeichnete den Weg für die Neuplanung und Ausstattung der Heiztechnik vor. Im Zentrum des neuen Wärmekonzepts steht nun ein kompaktes neoTower® Premium M 20.0-Blockheizkraftwerk des Herstellers RMB/Energie, das auf möglichst kontinuierlichen Betrieb ausgelegt ist. Mit einer modulierenden Leistung von 10,7 bis 20 kW elektrisch (29,1 bis 46,2 kW thermisch) bildet das BHKW leistungsmäßig die Mittelklasse im neoTower®-Programm des Herstellers RMB/Energie und wird bei der gewählten Dimensionierung praktisch an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr in Betrieb sein. Höhere Wärmeanforderungen werden durch drei kaskadierte wandhängende Gasbrennwertkessel des Typs WGB 110 von Brötje abgedeckt. Der linke dieser Kessel fungiert dabei als Masterkessel. Weitere Komponenten der Heizungsanlage sind zwei Cosmo-Pufferspeicher je 815l und zwei Cosmo-Edelstahl-Ladespeiecher je 500l für Warmwasser.

Kompakte Abmessungen waren bei der Auswahl der Wärmeerzeuger mit entscheidend, denn der vorhandene Heizungsraum ist von der Quadratmeterzahl für die heutige Anlagentechnik mit den beiden je 815l fassenden Pufferspeichern und zwei weiteren Edelstahl-Ladespeichern je 500l ziemlich knapp bemessen. Außerdem waren Zuverlässigkeit und geringe Wartungskosten weitere wichtige Auswahlkriterien. Sowohl der BHKW-Produzent RMB/Energie aus dem niedersächsischen Saterland als auch der Heizungshersteller Brötje aus dem benachbarten Rastede stehen hier für norddeutsche Qualität „Made in Germany“, mit der auch der ausführende Heizungsbaubetrieb, Fa. Rosenboom, gute Erfahrungen gesammelt hat. Der Installateur- und Heizungsbaubetrieb ist mit seinen 50 Mitarbeitern führend auf der Insel. Rosenboom-Heizungsbaumeister Maik Andersen arbeitet häufig und gern mit RMB/Energie und Brötje zusammen. „Super Service, auch im Außendienst, telefonischen Support inklusive,“ lautet sein Urteil zu beiden Firmen. Jeder neoTower® ist außerdem serienmäßig mit einem Mobilfunk-Internetanschluss ausgestattet. Kunden und Handwerker mit Wartungsvertrag haben dadurch rund um die Uhr weltweiten Zugriff auf das BHKW. Jede Anlage wird auch durch RMB/ENERGIE in Echtzeit überwacht, sodass bei Problemen schnellstmöglich reagiert werden kann.

Das neoTower® BHKW mit seinem robusten Vierzylinder-Gasmotor von Toyota konnte außer mit kompakten Abmessungen und gutem Service noch mit weiteren Merkmalen wie der besonderen Geräuscharmut, langen Inspektionsintervallen von 6000 Betriebsstunden sowie dem großen Modulationsbereich punkten. Das BHKW trägt das bestmögliche EU-Energielabel A++. Alle Vorzüge kamen hier voll zum Tragen. Für die Brennwertkessel-Kaskade sprach ebenfalls die Platz sparende Bauweise, außerdem schätzt Maik Andresen die hohe Betriebssicherheit einer Kaskade.

Planung und Umbau der gesamten Heizungsanlage erfolgten im November 2016 während einer vierwöchigen Betriebsruhe, der Austausch der Kesselanlage mit BHKW gelang in 12 Werktagen.

 

Fazit: Bei der Heizungssanierung des Inselhotels König auf Norderney erwies sich die Investition in ein bivalentes Heizsystem bestehend aus einem neoTower® BHKW von RMB/Energie und drei kaskadierten Gas-Brennwertkesseln von Brötje als besonders vorteilhaft. Eine besondere Herausforderung bestand in der geringen Größe des Heizungsraums. Hier konnten die beiden deutschen Hersteller mit den besonders kompakten Abmessungen ihrer leistungsfähigen Geräte punkten.